Mediationsverfahren
 
Einführung

Das Deutsche Schiedsgericht Logistik bietet verschiedene Verfahrensarten an, die insgesamt darauf ausgelegt sind, gemeinsam mit den Parteien eine Lösung zu finden, ohne vertragliche Beziehungen zu zerschlagen.

Dies gilt insbesondere für das Mediationsverfahren. Diese Verfahrensart wird für die Logistik zunehmend wichtiger. Denn die stärkere Verflechtung der Vertragsparteien durch die steigende Bedeutung von Supply-Chain-Konzepten und Outsouricng-Projekten lässt die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Auftraggeber und Logistikdienstleister weiter wachsen. Der Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehung muss somit eine höhere Priorität beigemessen werden.

Auch für das Mediationsverfahren gilt der Beschleunigungsgrundsatz als oberste Maxime des Deutschen Schiedsgerichts Logistik uneingeschränkt.


Vorteile

Neben den grundsätzlichen Vorteilen der Schiedsgerichtsbarkeit
• Einsatz ausschließlich auf die Logistikbranche spezialisierter Schiedsrichter bzw. Mediatoren
• Grundsatz der Verfahrensbeschleunigung
• Grundsatz der kooperationssicherenden Lösungen
• etc. siehe Schiedsverfahren
bietet das Mediationsverfahren weitere Vorzüge.

Insbesondere steht beim Mediationsverfahren nicht nur der konkrete Streitfall im Vordergrund, sondern die gesamte Geschäftsbeziehung. Ziel des Verfahrens ist deshalb stets eine übergreifende Lösungsfindung, die die Geschäftsbeziehung langfristig sichern soll.
Sofern eine Einigung zwischen den Parteien erreicht werden kann, geschieht dieses in der Regel schneller und kostengünstiger als im Schiedsverfahren. So entstehen regelmäßig nur die hälftigen Kosten im Vergleich zum Schiedsverfahren. Sofern die Parteien dies wünschen, kann am Ende des Verfahrens auch hier ein Schiedsspruch und damit die Rechtsverbindlichkeit stehen.

Kommt keine Einigung zustande, so entstehen den Parteien kaum Nachteile, denn auf Antrag einer Partei kann jederzeit in ein reguläres Schiedsverfahren gewechselt werden.


Ablauf

Auch das Mediationsverfahren kann im Logistikvertrag oder nachträglich im Streitfalle vereinbart werden.

Im Rahmen der sachlichen Zuständigkeit des Deutschen Schiedsgerichts Logistik kann auf Antrag einer Partei deshalb auch ohne Vorliegen einer Schiedsvereinbarung ein Mediationsverfahren durchgeführt werden.

Die Gegenpartei hat dann 15 Tage Zeit, sich zu erklären, ob ein solches Verfahren gewünscht ist. Lehnt die Partei ab, so gilt das Mediationsverfahren als gescheitert. Auf Antrag schließt sich ein Schiedsverfahren an. Stimmt die Gegenpartei zu, bestellt das Präsidium eine geeignete Person zum Mediator. Der Mediator prüft die eingereichten Unterlagen und lädt zur Erörterung des Streitfalles und unterbreitet Vorschläge zur gütlichen Einigung.

Wird keine Einigung erreicht, ist die Mediation gescheitert und ein Schiedsverfahren schließt sich an. Während des Mediationsverfahrens kann auf Antrag einer Partei jederzeit auch schon vorher in ein Schiedsverfahren gewechselt werden.

Kann eine Einigung erzielt werden, wird das Ergebnis in einem Protokoll festgehalten und auf Antrag in einem Schiedsvergleich bzw. Schiedsspruch rechtsverbindlich.